Samstag, 14.12.2019 14:22 Uhr

Investition und Marketing im Zeitgeist

Verantwortlicher Autor: Friedrich Scheuerecker Zorneding, 31.10.2019, 11:18 Uhr
Fachartikel: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 5030x gelesen

Zorneding [ENA] In Zeiten magerer, beziehungsweise nicht vorhandener Zinserträge auf verfügbares Kapital ist es eine Überlegung wert, die Hinführung zu Investitionsentscheidungen einmal anders zu betrachten. Möglicherweise führt dies auch zum Einsatz gesellschaftsrelevanter Technik mit positiver Außenwirkung für das Unternehmen. Besondere gesellschaftliche Relevanz genießen die Themen Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit.

Was liegt also näher, einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung dadurch entgegenzukommen, dass Investitionsentscheidungen in diesen Bereichen auf technische Innovationsangebote und deren Werbewirksamkeit geprüft und in die Entscheidungsanalysen integriert werden. Kosten-Nutzen-Analysen prüfen die Wirtschaftlichkeit einer Investition bzw. Maßnahme und dienen so als wichtige Entscheidungshilfe. Durch eine Kosten-Nutzen-Analyse sollen diejenigen Projekte ausgewählt werden, die das Ziel einer Unternehmung am besten erfüllen. Die Abkürzung RoI steht für „Return of Invest“ und entspricht dem deutschen Begriff Kapitalrentabilität.

Der RoI ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Rendite eines Unternehmens. Er wird am prozentualen Verhältnis von eingesetztem Kapital und erzieltem Gewinn gemessen und kann zur Beurteilung einer Investition, der Leistungsfähigkeit eines Betriebszweiges oder des gesamten Unternehmens herangezogen werden. Die Berechnung des RoI ergibt dann Sinn, wenn davon ausgegangen werden kann, dass eine Investition sich innerhalb ihrer zu erwartenden Nutzungsdauer amortisiert. Diese Kennzahl drückt sich in einem prozentualen Wert aus, welcher beschreibt, inwieweit der Nutzen der Investition deren Aufwand übersteigt.

Der Begriff wird in seiner Anwendung so häufig wie fälschlich mit einer anderen Erwartungshaltung (und deren Kennzahl) belegt. Gemeint ist damit die Amortisationsdauer einer Investition, definiert über eine zeitliche Aussage. Meist statisch angewandt, ermittelt die Amortisationsrechnung den Zeitpunkt, in dem die Summe der zukünftig erwarteten Rückflüsse gleich der Investitionsausgabe ist. Also ein Kriterium zur Vorteilhaftigkeitsbeurteilung von Investitionsprojekten. Die Amortisationsdauer beurteilt vor allem das Investitionsrisiko, da die Prognosegenauigkeit der Investitionsrückflüsse mit höherer Kapitalrückflussdauer abnimmt.

Das Verfahren sollte allerdings nicht als alleiniger Maßstab zur Investitionsbeurteilung verwendet werden, da die Amortisationsrechnung die Rückflüsse nach Ablauf der Amortisationsdauer ignoriert, sodass keine Gewinn- bzw. Rentabilitätsaspekte in die Investitionsentscheidung einfließen. Ab diesem zeitlichen „Nullpunkt“ macht es Sinn den RoI ins Spiel zu bringen, denn ab sofort trägt die Investition bis zum Ablauf ihrer Nutzungsdauer zur Rendite des Unternehmens bei.

Man kann auch aus der gedanklich umgekehrten Richtung an eine Investitionsentscheidung herangehen, wie folgt: Den Renditenutzen über Zeit ermitteln, die akzeptierte Amortisationsdauer festlegen und den entsprechenden Wert als Investitionskapital einsetzen. Hier bestimmt der Entscheider, auf welchen Punkt der Nutzungs-Zeitachse er seine Investitionsentscheidung ansiedelt.

Folgt er dem eingangs erwähnten Effekt der gesellschaftlichen Wahrnehmung, stellt er seine direkt pekuniären Ansprüche im Falle von medial wirksamen, z.B. energierelevanten Anschaffungen, u.U. sogar so weit zurück, dass er die Zeitschiene komplett ausreizt und statt dessen einen, für das gesamte Unternehmen positiven Marketingeffekt nutzt. Dann wird der RoI zum RoAS (Return on Advertising Spend).

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