Dienstag, 12.12.2017 07:06 Uhr

Ein Surfcup auf Sylt für die Geschichtsbücher

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Sylt, 18.10.2017, 13:37 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 4666x gelesen
Der Deutsche Philip Köster wurde 2017 zum 4. Mal Weltmeister
Der Deutsche Philip Köster wurde 2017 zum 4. Mal Weltmeister  Bild: Tamás György Morvay

Sylt [ENA] Eine Woche Westwind, masthohe Wellen, ein Teilnehmerfeld von fast 160 Athletinnen und Athleten - dies waren die Parameter des Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt 2017. In mehreren Disziplinen wurden zugleich die Weltmeister des Jahres gekürt, unter ihnen der deutsche Wellenreiter Philip Köster.

Selbst der 16-fache deutsche Slalom-Rekord-Weltmeister, der Norderneyer Bernd Flessner musste "scharf nachdenken", um sich an solch herausragende Wettkampfbedingungen zu erinnern. Der Sturm "Xavier" zog zwar südlich von Sylt durch, bescherte der Insel dennoch mit Windspitzen bis 9 Beaufort während fast einer Woche beständigen Westwind und Wellen von bis zu 4 Meter Höhe. Das waren ideale Verhältnisse, um bei spannenden Ausgangslagen gleich in mehreren Disziplinen die Weltmeister des Jahres 2017 zu küren. Allen voran natürlich den 23-jährigen Deutschen Philip Köster, der nach einer langen Verletzungspause sich seit dem Frühling wieder an die Spitze zurückkämpfte und das Jahr mit dem 4. Weltmeistertitel im Wellenreiten abschliessen konnte.

Geschichte schrieb aber auch der sympathische junge Venezonaler, José "Gollito" Estredo, der in der Disziplin Freestyle den insgesamt achten Weltmeistertitel, souverän, nach Hause fuhr. Wie schon im vergangenen Jahr lieferte er sich am Brandenburger Strand mit dem jungen Amado Vrieswijk von der Karibikinsel Bonaire einen bis zum Schluss spannenden Wettkampf. Dieser vermochte letztlich eine nicht nachvollziehbare Jury-Entscheidung nicht wegstecken, den alles entscheidenden Finalkampf aufgrund einer Fehlwertung in einem Vorlauf abzubrechen und neu zu starten. In der Folge vermochte Vrieswijk nicht mehr an seine herausragenden Leistungen anknüpfen und unterlag dem diesen Lauf dominierenden Estredo deutlich.

Aus deutscher Sicht erfreulich, erwies sich die junge Deutsche Lena Erpenstein, die im Wellenreiten der Damen den hervorragenden vierten Schlussrang in der Weltbestenliste auf Sylt einfuhr. Die Weltmeisterschaft blieb eine Domäne der spanischen Zwillingsschwestern Iballa (1.) und damit Weltmeisterin und Daida Moreno, während der dritte Rang an die von Aruba kommende Sarah-Quita Offringa (die ganze Woche über mit kecker Rasta-Frisur) vergeben werden konnte. Bei den Männern ist ferner der Kieler Vincent Langer hervorzuheben, dem am ersten Wettkampftag ein hervorragender 2. Rang im Slalom, der Tempodisziplin der Windsurfer, gelang. Die Weltmeisterschaft bleibt hier weiterhin spannend, denn den ersten und dritten der WM trennen bloss 80 Punkte.

Der Windsurf World Cup wird seit über 30 Jahren auf Sylt ausgetragen, als einzige Veranstaltung der PWA World Tour als Super Grand-Slam. Erneut kamen über 200,000 Besucher an den Brandenburger Strand, und ein Rahmenprogramm sah zum ersten Male ein Tourismus-Sponsoring, bei der 2017 die Dominikanische Republik vorgestellt wurde. Dass die Sportart stets innovativ bleiben muss, will sie auf Dauer Publikumsmagnet bleiben, beweist sie mit der seit dem letzten Jahr als 4. (Show-)Disziplin aufgenommenen Foiling. Hierbei wird die Finne am Surfbrett durch eine aus dem Segelsport übernommenen Konstruktion ersetzt, dank der die Athleten schon bei schwachen Winden - es reichen 3 Windstärken - über der Wasseroberfläche gleiten. Ein erfreulicher Trend.

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