Sonntag, 06.12.2020 01:35 Uhr

Ungewöhnliche Partner im Kampf gegen Judenhass

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Washington, 27.10.2020, 23:43 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 4156x gelesen

Washington [ENA] Die USA und das Königreich Bahrain haben am letzten Freitag in Washington eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Sie wollen in der Überwachung und Bekämpfung von Antisemitismus und der Delegitimierung des Staates Israel zusammenarbeiten. Ein bemerkenswerter Schritt in der Neugestaltung des Nahen Ostens durch die Vermittlungstätigkeit der Amerikaner zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn.

Einer Pressemitteilung des State Department zufolge erreichen die Anstrengungen der Vereinigten Staaten eine neue Dimension, Bewegung in die seit Jahren festgefahrene Situation im Nahen und Mittleren Osten zu bringen. Mit Bahrain bekundet erstmalig ein arabischer Staat seine Bereitschaft, gemeinsam mit den USA sich im Kampf gegen Antisemitismus zu engagieren. Die beiden Partner legen in einem Dokument die Ziele fest, welche die Förderung des gegenseitigen Respekts und der friedlichen Koexistenz zwischen Arabern und Juden den Weg bereiten wollen.

"Diese Absichtserklärung zwischen meiner Abteilung und dem [King Hamad Center] ist bahnbrechend, denn zum allerersten Mal in der Geschichte sehen wir einen arabischen Staat, der sich öffentlich und offiziell mit den Vereinigten Staaten anschickt, Judenhass und Delegitimierung des Staates Israel zu bekämpfen; hierbei ist die Definition von Antisemitismus des „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) ihre Richtschnur", erklärt Elan S. Carr, Sonderberater im Kampf gegen Antisemitismus im US-Aussenministerium, laut der heutigen Medienmitteilung.

Die Vereinbarung zeige die sich anbahnende engere Bindung zwischen Bahrain und Israel, nach der Unterzeichnung der sog. Abraham Accords, und fördere weiter die historischen Bindungen zwischen Juden und Arabern in Bahrain, heisst es weiter in der Pressemitteilung. Damit wird daran erinnert, dass das Königreich am Persischen Golf seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert Heimat für eine stolze jüdische Gemeinschaft bildet. So wird ein Modell entworfen für eine Gesellschaft, welche sich durch Glaubensfreiheit, Toleranz und Diversität zwischen Völkern auszeichnet, erklärt ein weiterer Sprecher des State Department.

Der Zeitpunkt für die Unterzeichnung, sowie die Bekanntgabe der gemeinsamen Absichtserklärung sind gewiss nicht zufällig. Heute in einer Woche wird in den Vereinigten Staaten gewählt. Die Unwägbarkeiten der Wahl führen nicht nur in Amerika, aber auch in Israel und den arabischen Staaten dazu, dass man versucht ist, soviel wie nur möglich fest zu schreiben, bevor die Umstände vielleicht wieder ungünstiger werden. Die USA behaupten sich eindrücklich als einzig relevante Ordnungsmacht in der Region, während sowohl Russland, wie auch die EU-Länder nur die Entwicklungen zur Kenntnis nehmen können. Sie werden nicht gefragt, und haben auch keinen Anteil daran, was erreicht worden ist.

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