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Erinnerung an das Attentat von München 1972

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay München, 05.09.2017, 17:50 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 3308x gelesen

München [ENA] Mitten in der Nacht zum 5. September 1972 überfielen sog. palästinensische Terroristen im Münchner Olympischen Dorf die israelische Delegation und nahmen sie als Geiseln. Von Israel wollten sie die Freilassung verurteilter Terroristen erreichen. In einer schlecht geplanten Befreiungsaktion am Flugplatz Fürstenfeldbruck starben am Abend alle Geiseln. Israels Mossad liquidierte in den Folgejahren alle Attentäter.

Es war eines der traurigen Höhepunkte des arabischen Terrors gegen Juden in aller Welt und gegen israelische Ziele. Der feige Angriff auf israelische Sportler, somit auf Zivilisten, war jedoch auch ein Angriff auf die olympische Idee. Umso tragischer ist es, dass sich das olympische Komitee unmittelbar nach dem traurigen Ende, nicht nur für die Fortsetzung der Spiele aussprach ("the games must go on"), aber auch in den Folgejahren sich stets verweigerte, als es darum ging, etwa in Form einer Schweigeminute bei Eröffnungs- oder Schlussfeiern, sich der Opfer zu erinnern. Das ist ein Affront gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen, es bleibt ein Schandfleck am Revers der Verantwortlichen Funktionäre.

Der katastrophal misslungene Befreiungsversuch auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck war zugleich der tragische Tiefpunkt in der bundesdeutschen Geschichte der Terrorbekämpfung. Denn obschon bereits der hausgemachte Terror der ersten RAF-Generation sich auszubreiten begann, verfügten die Sicherheitsorgane Deutschlands zum Zeitpunkt des Attentats im Olympiadorf nicht über angemessen ausgebildeten Spezialkräfte, um den Gefahren zu begegnen. Die billige Ausrede, der Angriff auf das olympische Dorf stellte eine bis dahin unbekannte Dimension des Terrors dar, entspricht nicht der Realität. Auch heute, 45 Jahre danach, ist es wenig verständlich, wie dilettantisch die bayerische Polizei ans Werk gegangen war und gar israelische Hilfe ausschlug.

Der Kampf gegen den Terror dauert auch heute noch an, in Israel wie auch in Deutschland. Dem deutschen Staat steht heute ein hoch professionell ausgestaltetes und geführtes Instrumentarium zur Verfügung, und zweifellos ist der Politik der Schutz der Zivilbevölkerung ein ernstes Anliegen. Umso befremdender mutet es an, dass im Dunstkreis einer marxistischen Splittergruppierung auch Handlanger und Ausführungsgehilfen des palästinensischen Terrors am Bundestags-Wahlkampf teilnehmen. Sie dürfen dies, weil sich die Bundesregierung bis dato weigert, die sog. Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) in allen Teilen als Terrororganisation einzustufen und zu verbieten. Damit besudelt sie noch heute das Gedenken an die toten israelischen Sportler.

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