Freitag, 20.09.2019 06:20 Uhr

Die Palästinenser können nur verlieren

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Ashkelon, 05.05.2019, 13:01 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 4247x gelesen

Ashkelon [ENA] Seit gestern regnet es wieder Raketen aus dem Gazastreifen auf die südlichen Städte Israels. Die anhaltenden Salven - es sind inzwischen über 500 Geschosse - prasseln unaufhörlich, wie Hagel auf ausschliesslich zivile Ziele, die fiese Absicht damit entlarvend: Furcht und Terror zu erzeugen. Es gibt Verletzte und auch mindestens einen Toten. Doch die Rechnung der palästinensischen Extremisten wird nicht aufgehen.

Die letzte kriegerische Auseinandersetzung zwischen der seit 2007 in Gaza herrschenden Hamas und Israel fand im Sommer 2014 statt. Doch das bedeutet nicht, dass es seither in der Region ruhig geblieben wäre. Bereits im vergangenen Jahr nutzten Hamas und die noch extremeren Kräfte im Islamistischen Tschihad (PIJ) und der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), im Vorfeld der Feierlichkeiten zur 70. Wiederkehr der Staatsgründung Israels - den die Araber als Nakhba(=Katastrophe) bezeichnen - zu anhaltenden Versuchen zur Grenzverletzung im Süden, zu gewalttätigen Demonstrationen und Anschlägen mit Brandsätzen, auch über den ganzen Sommer. Die letzte Beschiessung der israelischen Städte im Süden liegt nur wenige Wochen zurück.

Das magere Ergebnis, verbrannte Natur und gewaltige Sachschäden, sind das Eine. Massiver zu Buche schlagen auf beiden Seiten, die humanitären Kosten: Verletzte und Tote, in der Hauptsache unter der Zivilbevölkerung bei Israel, aber auch unter den gewalttätigen arabischen Demonstranten, sowie auch die andauernde Knechtung der zumeist in Slum-artigen Lagern lebenden Bevölkerung Gazas, durch ihre Beherrscher, der Hamas. Dagegen erhob sich, von der Öffentlichkeit und den Regierungen in Europa weitgehend unbeachtet, zuletzt offener Protest, der buchstäblich niedergeprügelt worden war. Von den Sicherheitskräften im Gazastreifen, die knochenbrechend, verhaftend und in Polizeikellern folternd die Ruhe mühsam wiederherstellten.

Die Reaktionsmöglichkeiten Israels auf den anhaltenden Terror sind begrenzt. Die Luftwaffe fliegt regelmässig Vergeltungsschläge gegen militärische Ziele, sowie die Häuser der Hamas- und Tschihad-Führer. Gestern wurde ein, bis auf israelisches Territorium reichender Tunnel von PIJ durch die Armee zerstört, durch den einerseits Terroristen nach Isrfael hineingeschmuggelt werden sollten, durch die aber auch der Gazastreifen mit Waffen versorgt werden kann. Scharfschützen sichern die Grenze gegen Infiltrationsversuche durch Extremisten, welche unter dem Deckmantel der organisierten Proteste - eigentlich bloss menschliche Schutzschilder - auf israelisches Staatsgebiet vorzudringen versuchen.

Einen Einmarsch durch israelische Bodentruppen, dessen Erzwingung das menschenverachtende Ziel der Extremisten ist, dürfte es indes nicht geben. Der erst kürzlich zum fünften Male wiedergewählte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wird sich dies kaum aufzwingen lassen. Denn er weiss um die immensen Kosten, finanzieller Art aber auch, was den Blutzoll betrifft, einer solchen Aktion. Den Gazastreifen von Terroristen zu säubern, bedeutet Häuserkampf in Gaza-Stadt oder den zu Städten angewachsenen Flüchtlingslagern. Die Eliminierung von Hamas, PIJ, DFLP und anderer Extremisten liesse ein Machtvakuum entstehen, den nur der IS zu füllen imstande wäre - also eine Entwicklung vom Regen in die Traufe. Es wird keine rein militärische Lösung geben.

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