Montag, 20.11.2017 16:13 Uhr

Das Grab der Patriarchen vor Zerstörung schützen?

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Paris, 08.07.2017, 22:08 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 5387x gelesen

Paris [ENA] Das Unesco-Welterbe Komitee tagte in der vergangenen Woche im polnischen Krakau. In einer mit Spannung erwarteten Abstimmung am Freitag entschied das Komitee mit 12 von 21 Stimmen, bei 3 Ablehnungen und 6 Enthaltungen, dass das in Judäa und Samaria befindliche Grab der Patriarchen bedroht und daher schützenswert sei. Israel ist empört und kürzt die Zuwendungen an die Unesco weiter. Auch die USA reagieren verärgert.

Das Grab der Patriarchen ist der Ort, wo der jüdischen Überlieferung nach die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob mit ihren Gattinnen begraben sind. Nach biblischer Überlieferung kaufte (!) Abraham das Land noch dem Tod seiner Frau Sara als Familiengrabstätte, vor über 4.000 Jahren. Da sich die Muslime ebenfalls auf Abraham zurückführen, verehren sie den Ort genauso und funktionierten die von den Kreuzrittern, auf den Ruinen einer frühchristlichen Kirche gebaute Gotteshaus in die sog. Ibrahimsmoschee um. Vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in die jüngste Vergangenheit - nach dem Sechs-Tage-Krieg - war Juden und Christen der Zutritt verwehrt worden. Dessenungeachtet gab es eine ununterbrochene jüdische Präsenz in Hebron durch die Jahrhunderte.

Den Entscheiden im Unesco-Welterbe Komitee geht eine Beurteilung der Eingaben durch den sog. Rat für Denkmäler und historische Stätten (ICOMOS) voraus. Diese hatte sich auch gegen die Aufnahme Hebrons ausgesprochen, mit der Begründung, dass die Eingabe der PA zu wenig belegt worden war. Insbesondere wurde die "übertriebene Fokussierung" der Eingabe auf die arabisch-muslimische Zeitepoche in Hebron bemängelt, während den christlichen und insbesondere den jüdischen Geschichten der Stadt und der Region kaum bis gar keine Beachtung geschenkt wurde. Allerdings sind die Empfehlungen von ICOMOS für das Welterbe-Komitee nicht bindend, und die Zusammensetzung des Gremiums liess von vorne herein wenig Hoffnung, dass die Bedenken beachtet würden.

Die Empörung Israels ist nachvollziehbar, und es ist letztendlich nicht wirklich relevant, ob wirklich antisemitische Motive die Mehrheit zu ihren Voten gebracht haben oder nicht. Auch einem neutralen Beobachter kann indes nicht entgehen, wie sich der Entscheid in eine Reihe mit vorangegangenen Entschieden, insbesondere in der Unesco, einfügt. Zweifelsohne sind die Bemühungen der PA Teil der Delegitimierungskampagne gegen den Staat Israel, welche ursprünglich von der insbesondere in Europa beachteten BDS-Bewegung ausging. Sie betreibt Geschichtsfälschung der übelsten Sorte, indem sie sogar den jüdischen Charakter Jerusalems in Zweifel zieht, bis hin zum Argument, wonach der Tempel nie auf dem Tempelberg gestanden hatte.

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