Freitag, 14.08.2020 01:49 Uhr

Curd Jürgens und Wien. Todestag jährt sich

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien, 17.06.2020, 11:42 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 8734x gelesen
Curd Jürgens und Elisabeth Flickenschild-Dreharbeiten Wien
Curd Jürgens und Elisabeth Flickenschild-Dreharbeiten Wien  Bild: Peter Markl

Wien [ENA] Am 18. Juni vor 38 Jahren verstarb der internationale Schauspieler Curd (Gustav Andreas Gottlieb Franz) Jürgens. Er war im Alter von 66 Jahren einem Herzanfall erlegen. Die Beisetzung in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof war bislang die erste und einzige nächtliche Zeremonie.

Der verhältnismäßig frühe Tod des Künstlers kam damals überraschend, hatte der 1,93 Meter große Hüne, der von Brigitte Bardot gerne als "Normannischer Kleiderschrank" bezeichnet wurde, doch keinen kränkelnden Eindruck vermittelt. Im Gegenteil, der Lebemann und Luxusliebhaber spielte und schwelgte wie eh und je. Die finanziellen Mittel für ein JetSet-Leben besaß der Sohn eines sehr begüterten Hamburger Reeders und einer Südfranzösin jedenfalls. Er wuchs zweisprachig in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Von Willi Forst für den Film entdeckt, stand er weltweit für mehr als 150 Filme vor der Kamera.

Er mimte den Bösewicht Stromberg 1977 in "Der Spion, der mich liebte" und man bezeichnete ihn als einen der besten Bond-Gegenspieler aller Zeiten. Auch beim Theater und bei internationalen Festspielen erntete er laufend Erfolge. Besonders prädestiniert galt er als Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Genau 5 Jahre lang spielte er den Part unter der Regie von Ernst Haeusserman. Ovationen, Preise, Literaturverfilmungen, Preise, Filmfestspiele, wieder Preise, Burgtheater, Salzburger Festspiele, Theater, Fernsehen, Funk. Aber auch tagelange und nächtelange Feiern und Feste, Freunde, Neider. 1975 ging sein Song „60 Jahre und kein bisschen weise“ rund um die Welt. So war sein Leben geprägt.

Die Lieblings-Bühne war aber vermutlich die Society mit „Wein, Weib und Gesang“. Dazu gehörten natürlich zahlreiche Amouren. Auch mit Romy Schneider verband den Lebemann mehr als nur das gemeinsame Todesjahr - nämlich eine Liebesaffäre im Sommer 1957. Daneben brachte es Jürgens auf fünf Ehen: Er war mit den Schauspielerinnen Lulu Basler, Judith Holzmeister und Eva Bartok verheiratet sowie mit dem Model Simone Bicheron und zuletzt mit Margie Schmitz. Seine letzte Ruhe fand der große Mime Curd Jürgens in Wien. Die Beisetzung am Wiener Zentralfriedhof fand am 22. Juni 1982 in der ersten und einzigen nächtlichen Zeremonie ab 21 Uhr statt, etwa 3.000 Trauergäste und Presse, Fernsehen, Journalisten aus aller Welt waren anwesend.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.